Freitag, 13. Mai 2016

Zum Onbuhimo Schritt für Schritt. Teil 1: Material und Grundlagen

Hallo,

das Feedback war nicht sehr groß, um nicht zu sagen auf dem Blogg selbst quasi nicht vorhanden. Dennoch habe ich beim Nähen Bilder gemacht und möchte die Entstehung meines Ringonbuhimos dokumentieren.
Es wird hier aufgebaut sein wie eine Art SewAlong, aber ohne zeitliche Begrenzung oder Verlinkungstool. Wer mitmacht oder später nachmacht ist jedoch ganz ganz herzlich dazu eingeladen sich in den Kommentaren zu verlinken und Feedback zu geben.


Was wird genäht?


Ein Onbuhimo. Das ist eine Tragehilfe aus dem asiatischen Raum (wie quasi alle Tragen), welche keinen Hüftgurt hat.
Geeignet ist diese für größere Traglinge die bereits Laufen oder zumindest selbständig Sitzen können. Klassisch werden die Schultergurte durch Schlaufen oder Ringe gefädelt und damit dann das Ganze festgezurrt. Mit den langen Trägern kann man sich nun noch einen Brustgurt knoten oder, wenn sie aufgefächert werden können sogar nochmal den Sitz des Kindes stabilisieren (reinforced bzw. verstärkt gebunden).
Heute am üblichsten ist die Version mit Schnallen. Dick gepolsterte Träger und dann das Kind einfach wie einen Rucksack auf den Rücken schwingen. Praktisch! Hier bei sollte aber definitiv ein Brustgurt zusätzlich angebracht/genäht werden.
Durch den "fehlenden" Hüftgurt ist es besonders praktisch für Schwangere, deren Bauch ja immer mehr im Weg ist für andere Systeme.

 

Was brauche ich nun dazu?


 Nachfolgend seht ihr eine Materialliste aufgeschlüsselt nach den oben erklärten Modellen. Keine Garantie auf Vollständigkeit, aber das aufgeführte sollte für unser Projekt Onbuhimo vorhanden sein.
!ACHTUNG! Bitte verwendet extra starkes (Festes) Garn aus Kunstfasern. Kein Baumwollgarn und auch kein Billiggarn vom Discounter. Eine hohe Garnfestigkeit ist für die Sicherheit der Nähte und somit des getragenen Kindes wichtig.

 Diese Trage kann gut und gerne auch ohne Kopfstütze genäht werden. Durch den fehlenden Hüftgurt ist die Lastverteilung nicht auf den gesamten Oberkörper oder gar die Hüfte gewährleistet. Es kommt zu einem Zug im Schulterbereich, der nicht für jeden Tragenden auf Dauer bequem ist. Daher ist es für die Meisten eher eine Trage für kurze Strecken und somit nicht unbedingt auf schlafende Traglinge ausgelegt. Also mit und ohne beides sinnvoll :) .

So sieht meine Version eines Ringonbuhimos mit Trägern zum auffächern aus. Auf eine Kopfstütze habe ich verzichtet, aber alle Verstellmöglichkeiten (nicht zwingend erforderlich) angebracht.

Warum aus Tragetuch?

 Für Lauflinge ist es nicht zwingend notwendig eine Tragehilfe auch aus Tragetuch zu fertigen. Man kann hier auch feste Webware (Köper) verwenden. Ich persönlich möchte aber auch für den Rücken meiner größeren Kinder die Vorteile die die Webung eines Tragetuches bietet nicht missen. Es passt sich so einfach am besten an den Rücken an. Die aufgefächerten Träger sind auch aus Tragetuch, damit sie gut festgezogen werden können und auch hier die Diagonalelastizität genutzt werden kann.
Normale Träger, sowie Rucksackträger sind aus fester Webware genauso gut.

Die nächsten Posts werden nun also das Vorgehen von der Erstellung des Schnittes (eine Abwandlung meines Schnittes für den TaiMe) bis zur letzten abgesteppten Naht zeigen. Erklärt werden sowohl Ringonbu, als auch Schanllenonbu.
So und nun hoffe ich, dass vielleicht doch jemand "mitmacht" oder "nachmacht".

Liebe Grüße
Iris

Kommentare:

  1. Moin!
    Tolle Idee,da mach ich gern mit!
    Mach welchem SM arbeitest du?
    Sehe ich richtig,das du links/rechts nur 1 Ring hast?
    LG

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  2. Hey Iris!
    Das kommt mir sehr gelegen. Habe noch ein Hoppediz-Tuch hier liegen, das aufs Zerschneiden wartet!
    Ich würde daraus gerne einen Schnallen-Onbu nähen. Bisher ist da nicht raus geworfen, weil ich Schiss vor dem Nähen der Träger habe, werde es aber nun mal versuchen :)
    Nach welchem Schnittmuster nähst du?
    LG Melanie

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    1. Hallo,
      schön, dass du dabei bist, dann mach ich das ja nicht sinnlos :)
      Ich habe den Onbu ja bereits fertig und habe dazu meinen Schnitt für eine Meitai bzw Halfbuckle abgewandelt. Das genaue Vorgehen erkläre ich im nächsten Post dazu am Dienstag.
      Ja du siehst richtig. DIeser ist mit je nur einem Ring, denn so habe ich die Onbus kennengelernt. Ich kenne auch die Version mit 2 Ringen wie beim Sling. Das ginge hier natürlich ganz genauso. Ob man nun einen Ring oder zwei anbringt ist wurscht udn wie immer Geschmackssache welches System jeder bevorzugt.
      Für uns hat die Trage so nach weiteren Tests ganz gut funktioniert, aber die Belastung ist für mich persönlich nix für länger als so 30 Minuten (kann auch nciht länger im Tragetuch im einfachen Rucksack tragen).

      Liebe Grüße
      Iris

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